Die Stiepeler Dorfkirche im Bochumer Süden gewinnt ihre besondere kulturhistorische Bedeutung durch die Malereien im Innern der Kirche. Mittel- und Querschiff vor dem Altarraum, mit je einer Apsis links und rechts (vom Eingang aus gesehen), sind von der romanischen Basilika erhalten und vermitteln im Querschiff und Deckengewölbe einen einzigartigen Eindruck typischer romanischer Raumausmalung, wie sie sonst im Westfälischen nicht zu finden ist. Von den romanischen Freskomalereien sind links im Querschiff in der rundbogigen Nische ein schreitender Löwe, in der Aspis der bethlehemitische Kindermord und anschließend auf der Wand die Flucht nach Ägypten zu erkennen.
Über dem Triumphbogen vor dem Altarraum ist in der Mitte der segnende und richtende Christus zu sehen und ihm zur Seite links Abel mit einem Lamm und rechts Kain mit einer Ährengabe. In der rechten Apsis oben ist das Symbol der Gotteshand mit personifizierten Darstellungen von SSonne und Mond gemalt. Die Deckengewölbe zeigen vielfältige, für Westfalen typische Dekorationsmalereien mit Ornamentbändern, Marmorierungen, gemalten Teppichen, Lebensbäumen, Tierdarstellungen und Jünglingen mit Amphoren. Grautönungen sind Ergänzungen der Restauratoren.
Kleine Geschichte der Dorfkirche in Bochum-Stiepel:
Um 1008 >> Bau einer kleinen Saalkirche, veranlaßt durch Imma, Ehefrau des vom Kaiser Otto III. mit dem Hof Stiepel beschenkten Luitger aus dem sächsischen Geschlecht der Billunger.
1130-1170 >> Neubau einer romanischen Basilika an der Stelle der Saalkirche. Von der Basilika sind bis heute Turm, Mittel- und Querschiff in der Dorfkirche erhalten.
1150-1200 >> Romanische Wand- und Decken- Malereien, in der Vielzahl und Vollständigkeit einmalig in Westfalen.